Ausbau – Teil 15

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18.05.2021 Den Motor-Unterfahrschutz hatte ich bei desert-service mitgenommen. Das ist erstmal der Mindestschutz, er schlägt aber gewichtstechnisch nicht groß zu Buche, weil ich an der Vorderachse noch etwas Luft habe.

Das Teil ist schon ein Brummer. 8mm Aluminium, dazu zwei massive Querträger. Das Teil wird erstmal schwarz gemacht. Danke an Thomas W. für den Tipp mit dem Super Dickschutz.

20.05.2021

Ein paar Kleinigkeiten, die man nicht wirklich auf Fots erkennen kann, habe ich auch noch geschafft:

  • elektrischer Kugelhahn D+ gesteuert im Ablauf der Dusche
    Um bei vollem Abwassertank ein Rückschwappen des Abwassers in die Dusche zu verhindern, sitzt im Ablauf ein elektrisches Kugelventil (normal geöffnet). Es schließt entweder manuell oder automatisch mit D+.
  • Sicherheitssteuerung Wasserpumpe: ist jetzt komplett angeschlossen. 1 Bewegungsmelder Küche (gibt der Pumpe 5 Minuten Strom), 1 Bewegungsmelder Bad (5 Minuten Strom auf Pumpe, 2 Minuten Licht im Bad). Bei Abwesenheit und wenn ich im Bett bin hat die Wasserpumpe dann keinen Strom.

25.05.2021

Was fehlt noch für einen entspannten Urlaub? Autarke Stromversorgung! Dafür hatte ich schon länger meine Solaranlage vorbereitet. Um zumindest den Großteil des Jahres mit Induktionskochen, (im Sommer) elektrischer Warmwasserbereitung und Klimaanlagenbetrieb autark zu sein, galt: viel hilft viel!

Ich habe dafür 4x Phaesun SPR-S120 und 2x SunPower Maxeon3 400Wp genommen, eine Gesamtpeakleistung von 1280W. Dazu zwei passende Regler von Victron. Die Anordnung der Module (hellgrau) erfolgt wie in nachfolgender Zeichnung.

Die Befestigung erfolgt mit Aluwinkeln, in diesen werden dann auch die Kameras und Umfeldbeleuchtungen angebracht. Die Module habe ich entsprechend vorbereitet, die Aluwinkel wurden dann in Wagenfarbe pulverbeschichtet.

Für die Umfeldbeleuchtung habe ich verschiedene Scheinwerfer ausprobiert. Letztlich sind es die „Shine“ von Raptor LED geworden. Davon je eine lins und rechts, sowie zwei nach hinten. Die Lampen haben ECE R10 (Arbeitslicht, nicht im öffentlichen Verkehr). Hier im Bild das Modell rechts. Auch lassen sie sich ideal befestigen: die Bohrungen sind recht tief, so daß sie am Aluwinkel und nicht am Modulrahmen verschrabubt wird.

Für die Montage muß mangels großer Halle auch Wetter passen, bisher waren die Nächte immer recht kalt, und da wollte ich nicht kleben. Nun hat sich das gebessert und ich habe zumindest schonmal einen Teil erledigen können. Für Sikaflex 252i ist übrigens eine elektrische Kartuschenpresse Gold wert!

25.05.2021

Das Kleben der Module ist fertig. 1280Wp sind drauf, dürfen aber noch nichts abgeben. Die Arbeit mit Verkabeln und Anschließen ist nicht zu unterschätzen – hoffe, daß ich das bis nächste Woche schaffe! Habe heute erstaunt festgestellt, daß mir noch ein klein wenig Material fehlt und schnell bestellt.

26.05.2021

Regen … Regen … Regen … aber ich konnte schonmal die Solarregler an die Batterie anschließen.

Und die Batterieschutzschaltung … so ein Thema für sich …

Grundsätzlich: wie funktioniert meine Batterie? Ich habe an jeder Zelle einen EV Power CBM400 Balancer. Neben dem Balancing gibt es eine Schleife: Ein- und Ausgang sind verbunden, solange sich die Zelle in normalem (gesundem) Spannungsbereich befindet. Bei Über- oder Unterspannung wird diese Schleife unterbrochen. Eigentlich ganz simpel. Man führt eine Leitung über alle Balancer, zwischendrin noch einfache Temperaturschalter, die bei Überschreiten einer bestimmten Temperatur öffnen, und wertet nur diese Schleife aus. Bei Unterbrechnung stimmt was nicht. Zack, Batterierelais ansteuern. Nun ists aber nicht ganz so einfach. Beispiel Unterspannung wegen leerer Batterie. Ein großer Verbraucher läuft, Battererie ist leer, Spannung fällt unter den Ausschaltwert. Relais trennt. Spannung stabilisiert sich, Relais schaltet wieder ein. Ungünstig. Das Relais soll erst einschalten, wenn die Ursache behoben ist, z.B. wenn wieder Ladespannung anliegt. Dazu wäre es aber praktisch gewesen, alle Ladequellen und Verbraucher zu trennen und über separate Relais zu führen. Aus Erfahrung mit meinen bisherigen Winston-Batterien, die ebenfalls über dieses einfache EV Power BMS verfügten, kann ich aber sagen, daß ein Abschalt-Event sehr unwahrscheinlich ist. So wollte ich es letztlich einfach als Sicherheit haben, wenn tatsächlich ein Problem vorliegt, einfach nur abschalten. Und aus bleiben.

Ich hatte mir das vorher mit einem Arduino nano gebaut. Mußte aber feststellen, und das haben mir andere dann auch gesagt, daß es sehr schwierig ist, das Teil zu entstören. Und ich hatte auch diverse Fehlalarme. Schon im „Trockentest“ löste das Relais aus, wenn ich nur ein Labornetzteil in der Nähe eingeschaltet habe. Ich habe einiges versucht, eine sichere und zuverlässige Abschirmung und Entstörung habe ich nicht hinbekommen.

Also habe ich doch auf ein fertiges, aber zuverlässig funktionierendes Produkt zurückgegriffen.

Funktion wie gewünscht: wird die Schleife unterbrochen, schaltet das Relais ab und bleibt aus.

27.05.2021

Die Verkabelung am Dach kostet mehr Zeit als das Modulkleben, da war nur das Warten auf entsprechende Wetterfenster angesagt.

Rückfahrkamera und Stromversorgung für den Radträger kommen an eine kleine Blende, die auch gleichzeitig die Module noch sichert (die großen Module sind ja nur an 3 Seiten an die Aluwinkel geschraubt).

Dann die erste Dachdurchführung …. dazu muß das eine Panel nochmal runter, was ja kein Problem ist, 5 Schrauben auf jeder Seite.

Die zwei großen 400er Panel sind damit dann schon betriebsbereit. Ein kurzer Test heute morgen, kurz vor 9 Uhr, und schon mehr als 50% Peak, ich bin begeistert! Die niedrige Batteriespannung resultiert daraus, daß ich den Boiler eingeschaltet habe, da die Batterie voll war.

30.05.2021

Dach ist quasi fertig. Solar angeschlossen, ebenso Umfeldbeleuchtung und alle Kameras. Da es in ein paar Tagen ab in den Urlaub geht, mußte ich leider etwas unter Zeitdruck arbeiten und so sind wenig Fotos entstanden.

Allerdings … von Solar bin ich einfach jetzt schon begeistert. 9 Uhr 30 und deutlich über 50% von Peak! Gestern hatte ich den ganzen Abend die Klima auf 20°C und jetzt ist die Batterie schon wieder fast voll. Gut, die Aussage ist jetzt wissenschaftlich nicht verwertbar, aber es deutet sich an, daß mein Konzept funktionieren kann. Selbst gestern abend im Schatten noch über 100W. Hier die Werte von heut morgen, links der Regler der 2x 400Wp Sunpower, rechts der 4x 120Wp Phaesun. Also 744 Watt am Morgen. Und obwohl das Fahrzeug ab frühen Nachmittag im Schatten stand, wurden knappe 3,5 kWh geerntet. Und zwischendrin war die Batterie auch mal wieder voll.

Hab ich schonmal gesagt, daß ich begeistert bin?

Das Cockpit konnte ich dann auch mal wieder aufräumen, und vor allem die ganzen Verkleidungen wieder anbringen. Es blieben auch nur zwei Schrauben übrig 😉

Endlich kommt auch der Fahrerhausteppich mal zum Einsatz. Das graue Teppichstück ist nur beim Basteln zum Schutz, normal fahre ich immer in Socken.

Um den Durchgang zur Kabine etwas komfortabler zu gestalten, habe ich die Beifahrersitzarmlehne entfernt. Bei Gelegenheit werde ich mal testen, ob man sie am Fahrersitz montieren kann.

Eigentlich schnell zu montieren: die Heosafe Schlösser für die Fahrerhaustüren. Die lagen auch noch bei mir rum. Und die wollte ich dann doch noch vor dem Urlaub haben, wäre ärgerlich, wenn etwas passiert, was damit zu verhindern gewesen wäre. Ja klar, es gibt keine 100% Sicherheit, aber alles was das Eindringen mit vertretbarem Aufwand erschwert, möchte ich auch gerne einsetzen.

So jetzt zur Montage, dem „schnell zu montieren“ war das „eigentlich“ vorangestellt. Das Schließteil am Türrahmen war tatsächlich schnell dran, zwei Löcher und anschrauben.

Probleme machte aber das Schließblech. Laut Anleitung sollte es ins Blech der B-Säule geschraubt werden. Doch … bei mir war da kein Blech, nur die Kunststoffverkleidung. Ich mußte erst ein Alu-Winkelblech zum Hinterlegen anfertigen, wieder 2 Stunden ungeplanter Mehraufwand. Aber dafür hält es jetzt auch bombenfest.

31.05.2021

Die Sonne scheint, idealer Tag zum testen! Heute früh, 6 Uhr 50, 178 Watt ! Also mal die Klima auf 16°C gestellt, Tür geöffnet, damit sie im Dauerbetrieb läuft. Beim Wechselrichter mußte ich den ganz aggressiven Energiesparmodus abschalten. Damit kam die Dometic nicht zurecht und ging auf Fehler, sie hat wohl keine „gute“ Netzspannung erkannt und der Wechselrichter keinen Verbraucher. Dazu ist zu sagen, daß der Victron Multiplus einen sogenannten Such-Modus hat. Er schaltet bei Nulllast ab und sucht alle 2 Sekunden, ob ein Verbraucher angeschlossen ist. Die Erkennung ist aber nicht so hervorragend, hänge ich z.B. mein Handy ans USB-C Notebook-Netzteil, startet er nicht. Beim Notebook schon. Stecke ich dann schnell aufs Handy um, bleibt er auch an. Na ja, es gibt auf jeden Fall noch einen zweiten Energiesparmodus namens AES mit einer „abgeflachten Sinus-Kurve“. Damit funktioniert die Klima nun einwandfrei.

Bis ca. 14 Uhr waren meine Panels in der Sonne und dabei haben sie mehr Ertrag gebracht als die Klima verbraucht hat. Ich hatte sogar zwischendrin die Heizung zusätzlich auf 900W Stufe laufen, damit mir die Batterie nicht zu voll wird. Der Solarertrag aller Module zusammen lag um 14 Uhr schon bei 6,88 kWh! Das ist schonmal ein fantastischer Wert, nur leider habe ich einen kleinen Fehler gemacht und glücklicherweise noch vor dem Urlaub bemerkt.

Ja, man hätte es natürlich gleich bedenken sollen, die Solarregler sind in dem Fach nicht belüftet! Passiert wäre nichts, bei Überhitzung hätten die Regler beide die Leistung reduziert, aber sie waren schon sehr warm.

Ich habe das Fach nach unten aktiv belüftet. Der größere der beiden Regler hat einen programmierbaren Relais-Ausgang. Hier kann man auch bei Übertemperatur auslösen, ich habe aber die Option „bei Betrieb“ gewählt, weil ich einen leisen und sparsamen Lüfter verwendet habe. Der Lüfter bläst nach oben. Sollte sich das als ungenügend herausstellen, werde ich am 2. Loch nochmal den gleichen Lüfter absaugend anbringen. Liegt schon im Urlaubsgepäck. Die Wagos tausche ich nochmal gegen ein Steckersystem aus, weil man ja die Platte auch mal schnell rausnehmen können muß.

01.06.2021

Sinnvollerweise hätte ich am Lüfter den 3-Pin-Molex-Stecker dranlassen sollen, der würde sich ja einfach lösen lassen. War ich etwas zu schnell mit dem Abknipsen. Aber heute im Testlauf bleiben die Regler schön kühl, der eine Lüfter reicht also aus. Ich habe jetzt erstmal eine kleine Leiste davorgesetzt, um die Ladung (Boxen) etwas auf Abstand zu halten. Sollte mal loses Zeug in das Fach kommen, besteht immer noch die Möglichkeit, eine komplette Abtrennung einzusetzen.

Hier noch kurz ein Eindruck der Umfeldbeleuchtung. Eine wirklich schöne und helle Ausleuchtung.

02.06.2021

„Auf den letzten Drücker“ … für die halbwegs saubere Verkabelung am Dach habe ich schwarzes PVC-Rohr, UV-beständig und für den Außenbereich gedacht, genommen. Leider sind die passenden Clipse erst gestern gekommen. Diese habe ich auf eine kleine Aluplatte geschraubt, die überstehende Schraube abgeflext und das ganze mit Sika aufs Dach geklebt.

Und „auf den letzten Drücker“ … kein gutes Vorzeichen für sorgfältiges Arbeiten. Mußte ich leider eben selbst feststellen. Auch wenns nur am Dach ist, auch wenn die Funktion erfüllt ist, so bin ich doch etwas verärgert über mein nicht ganz so sauberes Ergebnis (sichtbare Kabel und nicht alles austretende Sika entfernt).

… und was sagt die Waage??? Und zwar fast reisefertig beladen mit vollem Frischwassertank, Dieseltank, Lebensmitteln, Kleidung, Flaschenwasser, umfangreichstem Werkzeug (was jetzt auch nur auf diese erste Tour mitgeht, falls noch was auffällt), Tisch, 2 Campingstühle, E-Bike mit Akku und Ladegerät, etc. – halt allem was man im Urlaub so braucht.

Was jetzt noch dazukommt: Teleskopleiter, evtl. Reserverad (das dann aber aufs Fahrerhausdach, also überwiegend Gewicht auf der Vorderachse).

Vorderachse: die ist grün, gar kein Problem, Gesamtgewicht auch, noch über 400kg. Die Hinterachse ist am nähesten am Limit: 2260 von 2430. Also 170kg Luft. Das paßt schon, richtig schwere Ausbauten kommen ja nicht mehr rein, Backofen mit 35kg und Schrank über dem Bett.

Jetzt stand noch die Frage nach einem Ersatzrad im Raum. Sollte ich ohne fahren, wird schon nichts passieren, oder mir noch eine Delta-Felge mit BFG besorgen? Ist ja auch eine Kostenfrage. Ich dachte mir, eigentlich brauche ich keines, bin ja im ADAC, aber zur Sicherheit und insbesondere auch als Test nehme ich eines der Original-Räder mit. Das hat zwar eine andere Dimension, aber als Notrad für ein paar Kilometer bis zur nächsten Werkstatt sollte es gehen. Das heißt natürlich, alles Nötige muß mit, Radschrauben, nicht zu vergessen den Schlüsseleinsatz fürs Felgenschloß, und ein Wagenheber. Da hatte ich mir einen Stempelheber mit extralangem Auszug besorgt, mußte beim Trockentest aber feststellen, daß ich hinten nur sinnvoll direkt an der Achse ansetzen kann. Also durfte mein Metallbauer in einer Hauruck-Aktion noch einen kleinen Adapter basteln konstruieren.

Das Ersatzrad habe ich auf dem Dachträger mit vier Airlineschienen-Spanngurten verzurrt. Die Teleskopleiter nehme ich sowieso mit. Damit habe ich das Rad alleine aufs Dach bekommen, dann krieg ich es auch wieder runter.

03.06.2021

Noch die unausgebauten Stellen etwas verkleidet, Abfahrbereit!

Der Reisebericht ist hier zu finden < klick >